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News aus der Region News Berlin Potsdamer Platz
Investoren bauen auf Berlin-Touristen
Am Hauptbahnhof entsteht bis 2012 ein Hotel – das dritte

Der Berliner Hotelmarkt ist gesättigt – daran zweifeln weder Branchenexperten noch die Banken, die neue Projekte mit äußerster Zurückhaltung begleiten. Dennoch drängen immer wieder neue ehrgeizige Betreiber in die Stadt. Neuestes Beispiel: Hauptbahnhof. Dort hat die Arabella-Starwood-Gruppe jetzt den Pachtvertrag für ein Haus der Marke Sheraton unterzeichnet, die bisher in Berlin nicht vertreten war. Neben 464 Zimmern wird das aus zwei Baukörpern bestehende Projekt auch ein Konferenzzentrum und Einzelhandelsflächen umfassen, und ein „Skywalk“ soll das Hotel direkt mit dem Hauptbahnhof verbinden. Die Fertigstellung ist für 2012 vorgesehen.

Arabella-Starwood-Chef Wolfgang Neumann sagt zur Begründung seines Wagemuts, was alle Hotelinvestoren sagen: Berlin sei eines der wichtigsten Tagungs- und Kongressziele in Europa, es biete enorme Möglichkeiten für weitere touristische Expansion und zeichne sich durch kontinuierlich wachsende Nachfrage aus. Das ist das Prinzip Hoffnung in Reinkultur. Denn zum Jahresende 2009 verfügte Berlin über rund 100 000 Hotelbetten, weitere 15 000 sind im Bau oder zumindest in konkreter Planung. Sollten sie alle auskömmlich gefüllt werden, müsste Berlin seinen touristischen Erfolgskurs mit Nachdruck fortsetzen und statt rund 19 Millionen Übernachtungen (2009) in drei Jahren etwa 25 Millionen pro Jahr schaffen, ein anspruchsvolles Unternehmen. Und selbst ausgebuchte Zimmer garantieren nicht, dass die erzielten Preise auch schon auskömmlich sind.

Interessant für Investoren ist vor allem die gesamte Innenstadt. Auch der Kurfürstendamm wird nicht vernachlässigt: Gegenwärtig verhandeln Bauherr und Bezirk über einen Neubau im Dreieck zwischen Wilmersdorfer und Lewishamstraße, nachdem die letzten Mieter der alten Gebäude teuer abgefunden wurden. Dort sollen je ein Ibis– und ein Etap- Hotel der Accor-Gruppe entstehen, zwei Häuser der preisgünstigen Budget-Kategorie. Baureife Pläne liegen vor, aber Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler lehnt den aktuellen Entwurf wegen der 87-prozentigen Versiegelung des Areals ab.

In den letzten Jahren hat sich in Berlin vor allem die Zahl der Budget-Hotels erhöht. Motel One hat zwei Häuser an der Urania und in der Paulstraße in Tiergarten eröffnet, ein weiteres Haus folgt Ende 2010 am Spittelmarkt und eines 2011 gegenüber vom Hauptbahnhof – dort gibt es dann mit dem Meininger und Sheraton drei Hotels. Am Montag erst öffnete das Easy-Hotel am Rosenthaler Platz in Mitte. Doch auch in der Business- und der Luxuskategorie ist der Boom nicht zum Erliegen gekommen. Noch in diesem Jahr wird das Scandic Potsdamer Platz mit 565 Zimmern eröffnet. Und auch eine in Berlin auffällig rare Hotelart, das kleine Boutique-Hotel der Luxusklasse, wird sich 2010 zeigen, und zwar in Gestalt des Fünf-Sterne-Projekts „Das Stue“ in der ehemaligen Dänischen Gesandtschaft in Tiergarten – die Investoren aus Spanien und Andorra meinen, eine Marktlücke erkannt zu haben.

Die NH-Gruppe plant ein Design-Hotel am Osthafen, in der Alexanderstraße entsteht ein 250-Zimmer-Haus, am Rosenthaler Platz ein 145-Zimmer-„All Seasons“, und die riesige Baulücke am Anhalter Bahnhof soll ebenfalls mit Hotelbetten gefüllt werden. Kein Grund zur Entspannung also. Die Betreiber der vorhandenen Hotels waren auch nur kurz erleichtert, als jüngst ein Projekt aufgeschoben wurde: Dem „Barcelona“ am Alex haben die Banken den Geldhahn zugedreht.
Investoren bauen auf Berlin-Touristen
Am Hauptbahnhof entsteht bis 2012 ein Hotel – das dritte

Der Berliner Hotelmarkt ist gesättigt – daran zweifeln weder Branchenexperten noch die Banken, die neue Projekte mit äußerster Zurückhaltung begleiten.
Am Hauptbahnhof entsteht bis 2012 ein Hotel – das dritte

Der Berliner Hotelmarkt ist gesättigt – daran zweifeln weder Branchenexperten noch die Banken, die neue Projekte mit äußerster Zurückhaltung begleiten. Dennoch drängen immer wieder neue ehrgeizige Betreiber in die Stadt. Neuestes Beispiel: Hauptbahnhof. Dort hat die Arabella-Starwood-Gruppe jetzt den Pachtvertrag für ein Haus der Marke Sheraton unterzeichnet, die bisher in Berlin nicht vertreten war. Neben 464 Zimmern wird das aus zwei Baukörpern bestehende Projekt auch ein Konferenzzentrum und Einzelhandelsflächen umfassen, und ein „Skywalk“ soll das Hotel direkt mit dem Hauptbahnhof verbinden. Die Fertigstellung ist für 2012 vorgesehen.

Arabella-Starwood-Chef Wolfgang Neumann sagt zur Begründung seines Wagemuts, was alle Hotelinvestoren sagen: Berlin sei eines der wichtigsten Tagungs- und Kongressziele in Europa, es biete enorme Möglichkeiten für weitere touristische Expansion und zeichne sich durch kontinuierlich wachsende Nachfrage aus. Das ist das Prinzip Hoffnung in Reinkultur. Denn zum Jahresende 2009 verfügte Berlin über rund 100 000 Hotelbetten, weitere 15 000 sind im Bau oder zumindest in konkreter Planung. Sollten sie alle auskömmlich gefüllt werden, müsste Berlin seinen touristischen Erfolgskurs mit Nachdruck fortsetzen und statt rund 19 Millionen Übernachtungen (2009) in drei Jahren etwa 25 Millionen pro Jahr schaffen, ein anspruchsvolles Unternehmen. Und selbst ausgebuchte Zimmer garantieren nicht, dass die erzielten Preise auch schon auskömmlich sind.

Interessant für Investoren ist vor allem die gesamte Innenstadt. Auch der Kurfürstendamm wird nicht vernachlässigt: Gegenwärtig verhandeln Bauherr und Bezirk über einen Neubau im Dreieck zwischen Wilmersdorfer und Lewishamstraße, nachdem die letzten Mieter der alten Gebäude teuer abgefunden wurden. Dort sollen je ein Ibis– und ein Etap- Hotel der Accor-Gruppe entstehen, zwei Häuser der preisgünstigen Budget-Kategorie. Baureife Pläne liegen vor, aber Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler lehnt den aktuellen Entwurf wegen der 87-prozentigen Versiegelung des Areals ab.

In den letzten Jahren hat sich in Berlin vor allem die Zahl der Budget-Hotels erhöht. Motel One hat zwei Häuser an der Urania und in der Paulstraße in Tiergarten eröffnet, ein weiteres Haus folgt Ende 2010 am Spittelmarkt und eines 2011 gegenüber vom Hauptbahnhof – dort gibt es dann mit dem Meininger und Sheraton drei Hotels. Am Montag erst öffnete das Easy-Hotel am Rosenthaler Platz in Mitte. Doch auch in der Business- und der Luxuskategorie ist der Boom nicht zum Erliegen gekommen. Noch in diesem Jahr wird das Scandic Potsdamer Platz mit 565 Zimmern eröffnet. Und auch eine in Berlin auffällig rare Hotelart, das kleine Boutique-Hotel der Luxusklasse, wird sich 2010 zeigen, und zwar in Gestalt des Fünf-Sterne-Projekts „Das Stue“ in der ehemaligen Dänischen Gesandtschaft in Tiergarten – die Investoren aus Spanien und Andorra meinen, eine Marktlücke erkannt zu haben.

Die NH-Gruppe plant ein Design-Hotel am Osthafen, in der Alexanderstraße entsteht ein 250-Zimmer-Haus, am Rosenthaler Platz ein 145-Zimmer-„All Seasons“, und die riesige Baulücke am Anhalter Bahnhof soll ebenfalls mit Hotelbetten gefüllt werden. Kein Grund zur Entspannung also. Die Betreiber der vorhandenen Hotels waren auch nur kurz erleichtert, als jüngst ein Projekt aufgeschoben wurde: Dem „Barcelona“ am Alex haben die Banken den Geldhahn zugedreht.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]; Simulation: Promo

 
Touristen lieben Berlin trotz des kalten Winters
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat.
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]

 
Termin für 61. Berlinale steht fest
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 

 
Am Hauptbahnhof entsteht bis 2012 ein Hotel – das dritte

Der Berliner Hotelmarkt ist gesättigt – daran zweifeln weder Branchenexperten noch die Banken, die neue Projekte mit äußerster Zurückhaltung begleiten. Dennoch drängen immer wieder neue ehrgeizige Betreiber in die Stadt. Neuestes Beispiel: Hauptbahnhof. Dort hat die Arabella-Starwood-Gruppe jetzt den Pachtvertrag für ein Haus der Marke Sheraton unterzeichnet, die bisher in Berlin nicht vertreten war. Neben 464 Zimmern wird das aus zwei Baukörpern bestehende Projekt auch ein Konferenzzentrum und Einzelhandelsflächen umfassen, und ein „Skywalk“ soll das Hotel direkt mit dem Hauptbahnhof verbinden. Die Fertigstellung ist für 2012 vorgesehen.

Arabella-Starwood-Chef Wolfgang Neumann sagt zur Begründung seines Wagemuts, was alle Hotelinvestoren sagen: Berlin sei eines der wichtigsten Tagungs- und Kongressziele in Europa, es biete enorme Möglichkeiten für weitere touristische Expansion und zeichne sich durch kontinuierlich wachsende Nachfrage aus. Das ist das Prinzip Hoffnung in Reinkultur. Denn zum Jahresende 2009 verfügte Berlin über rund 100 000 Hotelbetten, weitere 15 000 sind im Bau oder zumindest in konkreter Planung. Sollten sie alle auskömmlich gefüllt werden, müsste Berlin seinen touristischen Erfolgskurs mit Nachdruck fortsetzen und statt rund 19 Millionen Übernachtungen (2009) in drei Jahren etwa 25 Millionen pro Jahr schaffen, ein anspruchsvolles Unternehmen. Und selbst ausgebuchte Zimmer garantieren nicht, dass die erzielten Preise auch schon auskömmlich sind.

Interessant für Investoren ist vor allem die gesamte Innenstadt. Auch der Kurfürstendamm wird nicht vernachlässigt: Gegenwärtig verhandeln Bauherr und Bezirk über einen Neubau im Dreieck zwischen Wilmersdorfer und Lewishamstraße, nachdem die letzten Mieter der alten Gebäude teuer abgefunden wurden. Dort sollen je ein Ibis– und ein Etap- Hotel der Accor-Gruppe entstehen, zwei Häuser der preisgünstigen Budget-Kategorie. Baureife Pläne liegen vor, aber Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler lehnt den aktuellen Entwurf wegen der 87-prozentigen Versiegelung des Areals ab.

In den letzten Jahren hat sich in Berlin vor allem die Zahl der Budget-Hotels erhöht. Motel One hat zwei Häuser an der Urania und in der Paulstraße in Tiergarten eröffnet, ein weiteres Haus folgt Ende 2010 am Spittelmarkt und eines 2011 gegenüber vom Hauptbahnhof – dort gibt es dann mit dem Meininger und Sheraton drei Hotels. Am Montag erst öffnete das Easy-Hotel am Rosenthaler Platz in Mitte. Doch auch in der Business- und der Luxuskategorie ist der Boom nicht zum Erliegen gekommen. Noch in diesem Jahr wird das Scandic Potsdamer Platz mit 565 Zimmern eröffnet. Und auch eine in Berlin auffällig rare Hotelart, das kleine Boutique-Hotel der Luxusklasse, wird sich 2010 zeigen, und zwar in Gestalt des Fünf-Sterne-Projekts „Das Stue“ in der ehemaligen Dänischen Gesandtschaft in Tiergarten – die Investoren aus Spanien und Andorra meinen, eine Marktlücke erkannt zu haben.

Die NH-Gruppe plant ein Design-Hotel am Osthafen, in der Alexanderstraße entsteht ein 250-Zimmer-Haus, am Rosenthaler Platz ein 145-Zimmer-„All Seasons“, und die riesige Baulücke am Anhalter Bahnhof soll ebenfalls mit Hotelbetten gefüllt werden. Kein Grund zur Entspannung also. Die Betreiber der vorhandenen Hotels waren auch nur kurz erleichtert, als jüngst ein Projekt aufgeschoben wurde: Dem „Barcelona“ am Alex haben die Banken den Geldhahn zugedreht.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]; Simulation: Promo

 
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]

 
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 
Viele Stelen des Holocaust-Mahnmals sind von Rissen durchzogen

Sie sind dünn, manche sogar nur haarfein, aber sie ziehen sich durch den Beton wie zuckende Blitze: Viele Stelen des Holocaust-Mahnmals sind von Rissen durchzogen, eine kalkhaltige Flüssigkeit dringt nach außen und rinnt in langen, hässlichen Bächen an der Oberfläche nach unten. Die Risse gibt es schon mehrere Jahre, die ersten traten bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Mahnmals 2005 auf. Zur Zeit sollen 1900 der insgesamt 2711 Stelen betroffen sein, doch jetzt behauptete eine Boulevardzeitung, es seien sogar noch 300 mehr.

„Wir wissen nicht, woher diese Zahl stammt“, sagt Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, „sie ist rein spekulativ.“ Wie jedes Jahr nach der Frostperiode würde die Stiftung in einigen Wochen zählen, wie viele Risse hinzugekommen sind. Seit 2009 läuft ein von ihr eröffnetes Gerichtsverfahren, das klären soll, was die Gründe für die Schäden sind, wer verantwortlich ist und wie die Mängel am besten beseitigt werden können. Die Stelen wurden von der Firma Geither im brandenburgischen Joachimsthal produziert. „Für uns ist das natürlich ein vollkommen unbefriedigender Zustand“, sagt Neumärker, „aber bis das Verfahren nicht abgeschlossen ist, können wir nichts unternehmen und auch nicht mit der Sanierung beginnen.“ Die Besucher seien aber nicht gefährdet: „Das Mahnmal wird nicht bröckeln und auch nicht einstürzen.“

Befürworter der Betonbauweise halten Risse im Beton für unvermeidbar. „Die Betonindustrie bewertet einen Riss nicht als Mangel“, sagt Joachim Schulz. Er ist Lehrbeauftragter an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, der ehemaligen Technischen Fachhochschule, und erstellt für die Industrie- und Handelskammer Gerichtsgutachten bei Sichtbetonschäden. 2008 hatte er für die Zeitschrift „Cicero“ – nicht für die Stiftung – den Zustand des Holocaust-Mahnmals eingeschätzt und auf zahlreiche Risse hingewiesen. Thermische Spannung, Hitze, eindringendes Wasser, das sich bei Frost ausdehnt – all das würde Risse unvermeidlich machen. „Es geht immer nur darum, die Rissbreite zu beschränken“, so Schulz. Der strenge Winter hätte bei den aktuellen Schäden nur eine relativ kleine Rolle gespielt. Es kommt aber erschwerend hinzu, dass die Stelen im Inneren hohl sind, was sie für die Thermik anfälliger macht. Hätte man sie allerdings massiv gebaut, hätte das ebenso massive Transportprobleme aufgeworfen – das Betonwerk hätte im Grunde direkt neben dem Mahnmal errichtet werden müssen.

Beim Bau des Mahnmals, das 27,6 Millionen Euro gekostet hat, wurde ein neues Verfahren ausprobiert. Man verwendete sogenannten SV-Beton („Selbstverdichtender Beton“), der besonders flüssig ist und sich von alleine verteilt. Bei herkömmlichem Beton muss dafür ein Rüttler eingesetzt werden. Laut Schulz ist dieser Beton unbewehrt, das heißt, alle 2711 Stelen würden keine stabilisierenden Stahlträger enthalten. Uwe Neumärker widerspricht dem, er sagt, dass zumindest die Stelen, die größer als zwei Meter sind, Stahlträger enthielten. 2005 hieß es, der SV-Beton sei rissfest. „Das hätte man damals nicht behaupten dürfen“, sagt Schulz. Die Stiftung habe es laut Uwe Neumärker „in bestem Wissen und Gewissen“ geglaubt“ – und das, obwohl Peter Eisenman, der Architekt des Holocaust-Mahnmals, schon damals geäußert haben soll: „Concrete cracks“ – Beton reißt. Eisenman hatte seinerzeit die Verwendung eines speziellen Natursteins vorgeschlagen, der aber sehr teuer und schwer zu beschaffen gewesen wäre.

Noch ist nicht abzusehen, wann das Gerichtsverfahren abgeschlossen und mit der Sanierung begonnen werden kann. Inzwischen begeht die Stiftung den fünftenJahrestag des Mahnmals mit einem „Bürgerfest“ am 5. Mai. Dann können sich die Besucher selbst von den Kalkbächen auf dem grauen Beton überzeugen. Sie sehen ein bisschen aus, als seien es Tränen. Was ja in diesem Zusammenhang auch gar nicht unpassend ist.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance". Das war vor sieben Jahren, kurz vor dem Irakkrieg, Robbie Williams wollte mit seiner Showeinlage ein Zeichen setzen.

Diesmal will er nur singen. Und sich nach Möglichkeit anschließend gleich noch eine Auszeichnung abholen, in der Kategorie „bester internationaler Popkünstler“ ist er haushoher Favorit. Ansonsten könnte die 19. Echo-Verleihung am heutigen Donnerstagabend auf dem Messegelände für Überraschungen gut sein: Neben den Auftritten von Robbie Williams und Rihanna kündigte der Veranstalter kurzfristig die Teilnahme von US-Sängerin Ke$ha an, die mit „Tik Tok“ gerade auf Platz eins der deutschen Charts steht. Ke$ha, die eigentlich Kesha Rose Sebert heißt, fiel erst kürzlich bei der Verleihung eines Schweizer Musikpreises durch die Ankündigung auf, einem der Preisträger auf der Aftershowparty „in den Hintern beißen“ zu wollen. Passiert ist aber nichts.

Rund 4000 Zuschauer dürfen sich die Show heute live unterm Funkturm angucken, alle anderen können die Verleihung im Fernsehen verfolgen, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr. Auch Xavier Naidoo, Jan Delay und Gossip werden im Showprogramm auftreten. Besonders spannend wird die Entscheidung in der Kategorie „bestes Album des Jahres“, die zwischen Peter Fox, Lady Gaga, Depeche Mode und Rammstein fallen wird.

Disqualifiziert wurde Michael Jackson. Nach den Verkaufszahlen – und die sind für eine Echo-Nominierung entscheidend – hätte seine postum veröffentlichte Hit-Sammlung „King of Pop“ nämlich in die engere Auswahl kommen müssen. Den Regularien entsprechend muss der Interpret allerdings leben, um Aussicht auf einen Echo zu haben, heißt es. Trotzdem soll Jackson heute Abend gedacht werden – wie genau, wird ebenso geheim gehalten wie Details des Auftritts der Berliner Band Ich & Ich, der gestern bei einer Gala im Grill Royal vorab ein Echo als bestes Produzententeam zugesprochen wurde. Sänger Adel Tawil mag „nichts verraten, aber man wird uns hören wie noch nie“. Zudem könne es recht eng werden auf der Bühne, sagt er. Vielleicht wird Tawil von einem Kinderchor begleitet. Vielleicht von einem ganzen Orchester. Möglich auch, dass es zu einem Allstar-Auftritt aller anwesenden Künstler kommt, das gab es schon mehrfach beim Echo, zum Beispiel 1992, als die Scorpions sämtliche Musiker des Abends auf die Bühne baten und dann Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam „Wind of Change“ singen mussten.

Westernhagen ist auch heute wieder nominiert, in der Kategorie „bester nationaler Künstler“ hat er allerdings einen sehr schweren Stand gegen Peter Maffay. Der trägt am Abend ein Medley seiner größten Hits vor, von „Du“ bis „Über sieben Brücken musst Du gehen“.

Und noch ein Star hat sich kurzfristig für die Echo-Verleihung angemeldet. Allerdings möchte der weder singen noch Preise annehmen: Hollywood-Schauspieler Val Kilmer ließ am Dienstag telefonisch bei den Veranstaltern anfragen, ob diese nicht noch einen Platz im Publikum bereitstellen könnten – dann würde er nämlich spontan nach Berlin fliegen, er sei sowieso gerade wegen Dreharbeiten in Paris. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie können.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
Die BSR ruft noch 350 Arbeitslose mehr zum Kehrdienst – und will auch Bürgern beim Frühjahrsputz helfen

Große Herausforderungen verlangen außergewöhnliche Taten. Deshalb rekrutiert die BSR über die Arbeitsagentur weitere Helfer, um die Stadt von den Unmengen Dreck und Splitt zu befreien. Zusätzlich zu den 1000 ohnehin verpflichteten Winterdienstkräften und den wegen der Glätte angeforderten 650 Helfern stehen nach Auskunft von BSR-Vorstandschefin Vera Gäde-Butzlaff weitere 350 Arbeitslose bereit, so dass – BSR-Beschäftigte inklusive – ab sofort 3600 Einsatzkräfte zum großen Reinemachen ausrücken können. Angefangen wird in der Innenstadt, aber in den vier Wochen bis Ostern will die BSR die Stadt wieder in einen halbwegs ansehnlichen Zustand bringen.

Um schneller voranzukommen, plant die BSR auch zwei „Aktions-Sonnabende“, wie es sie sonst nur zum Laubfall im Herbst gibt. Am 13. und am 20. März sollen dann auch rund 600 Kollegen helfen, die nicht bei der Straßenreinigung arbeiten. Vom 26. März an will die BSR dann auch durch die Außenbezirke fahren und das bis dahin aufgehäufte Streugut aufsammeln. Die BSR empfiehlt Anliegern, die sich selbst kümmern wollen, den Splitt bis dahin zu Bergen zusammenzufegen. Kleine Mengen dürfen auch in die Hausmülltonne geworfen werden, solange die dadurch nicht übermäßig schwer wird.

Nachdem er sich in den Wochen der Glätte durch Ignoranz und flapsige Bemerkungen bei vielen Berlinern unbeliebt gemacht hatte, nimmt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Frühjahrsputz demonstrativ ernst: Bereits am frühen Dienstagmorgen dankte er den rund 200 versammelten BSR-Leuten auf dem Betriebshof Forckenbeckstraße für ihren Wintereinsatz. Nach der wöchentlichen Senatssitzung präsentierte er gemeinsam mit Gäde- Butzlaff den Aktionsplan und bat um Verständnis, dass die Arbeit „nicht von heute auf morgen erledigt sein kann“. Die Frage, warum das Thema seiner persönlichen Fürsorge bedürfe, beantwortete er mit Verweis auf die enormen Kosten des Landes durch den Winter: Zum vor einer Woche beschlossenen, 25 Millionen Euro teuren Anti-Schlagloch-Programm komme jetzt die fast ebenso große Finanzierungslücke der BSR, die über den Landeshaushalt ausgeglichen werden müsse. Woher das Geld kommen soll, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt. Ein noch größerer Personalaufwand für den Frühjahrsputz würde laut Wowereit entweder weitere Steuergelder kosten oder höhere Reinigungsgebühren bedeuten.

Nach Auskunft von Gäde-Butzlaff kostet der schneereiche Winter die BSR knapp 35 Millionen Euro und damit fast doppelt so viel wie die eingeplanten 18,3 Millionen. Allein die 2000 Hilfskräfte schlügen mit 270 000 Euro pro Tag zu Buche. Weitere Kosten kommen auf die BSR zu, weil sie erklärtermaßen auch Anlieger unterstützen will, die sich in Gruppen beispielsweise einen Platz in ihrer Wohngegend vornehmen wollen.

Politisch erledigt ist das Thema Winter mit Wowereits Aufbruchssignal allerdings noch nicht: An diesem Mittwoch will Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) gemeinsam mit der BSR-Chefin erklären, wie wochenlanges flächendeckendes Glatteis künftig vermieden werden soll. Nach Auskunft von Wowereit ist die in Berlin übliche Möglichkeit, dass Anlieger ihre Haftung für Glätteunfälle an beauftragte Winterdienstfirmen delegieren können, bundesweit die Ausnahme. Damit sind die Anlieger zwar formal ihre Verpflichtung los, aber in der Praxis ist wegen der offenkundig oft überforderten Winterdienstfirmen nichts gewonnen. Die Techniker-Krankenkasse meldet allein aus dem Januar 3200 Unfälle ihrer Versicherten in Berlin. Im ebenfalls frostigen Januar 2009 seien es 400 Unfälle weniger gewesen. Nun prüfe die Krankenkasse Regressforderungen.

Die Männer in Orange haben nach Auskunft der BSR-Chefin bisher rund 430 000 Winterdienst-Einsatzstunden geleistet. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre liege bei 90 000 Stunden. Viele hätten seit Weihnachten kaum einen freien Tag gehabt.

Der Tagesspiegel, [03.03.2010]

 
Wegen Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr will sich das Unternehmen mit einer erneuten Aktion bei seinen Fahrgästen entschuldigen

Seit mehr als einem Jahr leiden die Berliner und Berlin-Besucher unter dem S-Bahn-Chaos. Ausgefallende Züge, Verspätungen sind für viele fast schon Normalität. Überfüllte Züge sowieso. Nun hat sich das Unternehmen zu einem erneuten Wiedergutmachungspaket durchgerungen:

Alle Inhaber von Jahreskarten, Abonnements und Firmentickets, die in den Berliner Tarifbereichen Berlin AB, Berlin BC oder Berlin ABC gelten, fahren im November und Dezember kostenlos. Kunden, die ihre Jahreskarte bar bezahlt haben, können sich den anteiligen Betrag bereits ab 1. April an S-Bahn- und BVG-Schaltern auszahlen lassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Jahreskarten, die ab dann erworben werden, sind entsprechend preisreduziert.

Zwei Wochen für Besitzer gleitender Monatskarten

Die zweimonatige Freifahrtregelung gelte auch für Studenten der Universitäten in Berlin, Potsdam und Wildau, die über ein Semesterticket verfügten, erklärte ein Bahnsprecher Tagesspiegel Online. Jeder Student erhalte den anteiligen Betrag des Semestertickets zurück. Wie das Geld seinen Weg zu seinem Besitzer findet, sei jedoch von Universität zu Universität unterschiedlich. Nutzer von kalendergebundenen Monatskarten und des Berlin-Tickets S (Sozialticket) sollen für zwei Monate eine Barerstattung von jeweils 15 Euro erhalten, also insgesamt 30 Euro. Für Kunden mit gleitenden Monatskarten verlängert die S-Bahn Berlin die Gültigkeit für im November beginnende Karten um zwei Wochen. Fahrgästen, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, bietet die S-Bahn Berlin an allen acht Wochenenden im November und Dezember die Möglichkeit, ihren Einzelfahrausweis für die Berliner Tarifbereiche Berlin AB, Berlin BC und Berlin ABC als Tageskarte zu benutzen. Aber Vorsicht: Bei der letzten Aktion im Dezember 2009 galten Anschlussfahrscheine für die Zonen C bzw. A nicht den ganzen Tag, sondern wie üblich zwei Stunden nachdem abgestempelt wurden. Auf Kulanz der Kontrolleure sollten die Fahrgäste nicht hoffen.

70 Millionen Euro sollen die Berliner versöhnen

Rüdiger Grube, der Vorsitzende der Deutschen Bahn, kündigte das Wiedergutmachungspaket nach seinem Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit am Donnerstag an. Insgesamt will das Unternehmen 70 Millionen Euro investieren, um das Ansehen bei den Berlinern wieder zu stärken.

Für die Auswahl von November und Dezember als Entschädigungszeitraum sprechen verschiedene Gründe, erläutert Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn: „Die organisatorische Vorbereitung der Maßnahme dauert mehrere Monate, da umfassende Absprachen mit den Mitgliedsunternehmen im VBB getroffen werden müssen. In der Sommerzeit ist die Umsetzung nicht sinnvoll, da viele Berliner verreisen. Herbst und Vorweihnachtszeit sind hingegen Monate, in denen viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.“ Der VBB trägt diese Entscheidung mit.

Wowereit: Nachverhandlungen noch nicht abgeschlossen

Die Nachverhandlungen zwischen Senat und Deutscher Bahn über den bis 2017 laufenden S-Bahn-Vertrag sind unterdessen noch nicht abgeschlossen. Das sagte Klaus Wowereit am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Ziel sei, die Gespräche noch im Februar zu beenden. Sollte dies nicht möglich sein, werde er sich erneut persönlich einschalten und mit Bahn-Chef Rüdiger Grube nach einer Lösung suchen, sagte Wowereit. Ungeachtet dessen werde der Senat weiterhin die Zuwendungen an die S-Bahn kürzen, solange es nur ein eingeschränktes Verkehrsangebot gebe. Ein anderes Druckmittel habe die Landesregierung vorerst nicht, weil Verträge gelten. Erst nach dessen Auslaufen könnte ein Teil des Netzes ausgeschrieben werden. Diese Möglichkeit halte sich der Senat offen.

Der Tagesspiegel, [25.02.2010]

 
Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise hat Berlin im vergangenen Jahr deutlich mehr Gäste angelockt. Mit 8,3 Millionen Besuchern und 18,87 Millionen Übernachtungen sei es das beste Tourismusjahr aller Zeiten gewesen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwoch. Das entspreche einem Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen.

Berlin zähle damit zu den großen Gewinnern im Städte-Tourismus, fügte Wowereit hinzu. Kaum eine andere Metropole könne selbst in Krisenzeiten eine Steigerung der Besucherzahlen verzeichnen. Zwar sei 2009 mit der Leichtathletik-WM und dem Mauerfall-Jubiläum ein besonderes Jahr gewesen, doch mit dem Tourismuskonzept des Senats würden die großen Potenziale Berlins auch dauerhaft gestärkt.

Die Hauptstadt habe einen „Magnetismus“ entwickelt, betonte der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Burkhard Kieker. Die Welt sehe Berlin längst als große Metropole, 2009 gab es im siebten Jahr in Folge eine Steigerung der Gästezahlen.

Demnach reisten 5,4 Millionen Besucher aus dem Inland an die Spree, wo sie 11,4 Millionen Nächte verbrachten - ein Zuwachs von 4,5 Prozent bei den Ankünften und von 6,4 Prozent bei den Übernachtungen.  Aus dem Ausland kamen mit 2,88 Millionen Besuchern 4,6 Prozent mehr internationale Touristen als im Vorjahr. Sie sorgten für 7,5 Millionen Übernachtungen - ein Anstieg um 5,9 Prozent. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden.

Das Bettenangebot stieg um 10,1 Prozent. Im Dezember standen den Berlinbesuchern 109 700 Betten in 726 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung.

Der Tourismus habe sich zum tragenden Wirtschaftsfaktor der Hauptstadt entwickelt, heißt es im Jahresbericht der Berlin Tourismus Marketing GmbH: Umgerechnet 232.300 Berliner leben demnach von Einkünften aus der Tourismusbranche, bei einem Bruttojahresumsatz von 8,99 Milliarden Euro flössen 1,85 Milliarden Euro in die Steuertöpfe von Bund und Land.

Der Tagesspiegel, [24.02.2010]

 
Das Veranstaltungsprogramm soll weiterlaufen

Die Bremer Unternehmensgruppe KPS hat das insolvente Veranstaltungszentrum Tempodrom in Kreuzberg gekauft. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. Danach werde die KPS-Gruppe nach Zustimmung des Abgeordnetenhauses voraussichtlich im März neuer Eigentümer der Veranstaltungsstätte. Damit sei „nach langwierigen Verhandlungen“ mit dem Insolvenzverwalter und dem Land Berlin die Zukunft des Gebäudes gesichert.

„Das Tempodrom bleibt als führender Live-Veranstaltungsort in Berlin sowohl für Künstler als auch für das Berliner Publikum erhalten“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Weitere Einzelheiten zu dem Kauf und dem künftigen Betrieb wollte KPS erst nach der Übergabe des Hauses bekannt geben.

Zur KPS-Gruppe gehört unter anderem auch das Ticket-Verkaufsunternehmen Eventim. Klaus-Peter Schulenberg, Gründer der KPS-Gruppe, ist zugleich Vorstandsvorsitzender von Eventim, nach eigener Einschätzung „Europas führendes Ticketunternehmen“. Eventim betreibt zudem seit 2009 die Waldbühne. Mit dem Tempodrom kann das Unternehmen nun sein Programm noch besser koordinieren und auf die Jahreszeiten abstimmen – im Sommer in der Waldbühne, für den Rest des Jahres im Tempodrom.

Eine für den heutigen Mittwoch angesetzte Zwangsversteigerung für den 2001 eröffneten Komplex am Anhalter Bahnhof war, wie berichtet, am Montag abgesagt worden. Diese sollte wegen der bisher gescheiterten Verkaufsverhandlungen vollzogen werden. Das Land Berlin bürgt für Baukosten in Höhe von 12,7 Millionen Euro. Experten rechnen damit, dass ein großer Teil dieser Bürgschaft fällig wird. Der Verkehrswert des Gebäudes liegt laut Gericht nur noch bei 3,17 Millionen Euro. Wie viel KPS für das Gebäude zahlte, ist noch unklar.

Wegen explodierender Baukosten, die sich auf rund 33 Millionen Euro verdoppelten, hatte das Tempodrom 2004 eine politische Affäre ausgelöst. Der ehemalige Bausenator und Förderer des Projekts, Peter Strieder (SPD), trat deshalb zurück. Dessen ungeachtet läuft das Veranstaltungsgeschäft erfolgreich und erwirtschaftet nach Angaben des Pächters, der Firma Treugast, schwarze Zahlen. Ob und wieweit Treugast mit dem neuen Besitzer des Gebäudes kooperieren wird, war am Dienstag noch nicht zu klären.

Dass die Baukosten des Gebäudes einst rund zehn Mal so hoch waren wie der heutige Verkehrswert, hat mit der wechselhaften Baugeschichte zu tun. Der Landesrechnungshof hat die Hauptschuld an den außer Kontrolle geratenen Kosten während des Baus bei den Tempodrom- Gründern Irene Moessinger und Norbert Waehl gesehen. Die hätten den Neubau vorangetrieben, ohne dass es eine vollständige Planung gab, hieß es seinerzeit in einem Gutachten.

Dass der privat verantwortete Neubau zum Politikum wurde, liegt an dem ungewöhnlich starken Engagement des Landes und vor allem Peter Strieders. Die landeseigene Investitionsbank Berlin (IBB) hatte, vom Senat beauftragt, das Tempodrom 2001 und 2002 mit zwei Millionenspritzen unterstützt. Insgesamt flossen dem Haus über den anfangs vom Land verbürgten Kredit hinaus mehr als acht Millionen Euro an öffentlichen Geldern zu. Das hatte der Rechnungshof scharf kritisiert, die IBB habe „ihren gesetzlichen Auftrag überschritten“.

Klaus Wowereit hatte später gesagt, er hätte aus nachträglicher Sicht der Millionenspritze des Senats „nicht ohne Weiteres“ zugestimmt. „Hätten wir gewusst, was noch kommt, hätten wir nicht positiv entschieden."

Der Tagesspiegel, [17.02.2010]

 
An einem Geschenkautomat im Hauptbahnhof können sich Touristen jetzt Design-Artikel aus Berlin ziehen

Mehr als hundert Schaulustige und internationale Medienvertreter erwarten den Moment der Enthüllung mit großer Ernsthaftigkeit. Eine gelborangefarbene, semitransparente Gardine verrät, dass hier, im nördlichen Bereich des Hauptbahnhofs, etwas Großes entstanden ist, etwas Flimmerndes. Es ist der Berlinomat.

Da steckt Berlin drin, und deshalb zieht der Regierende Bürgermeister selbst an der Gardine, um den weltweit ersten Designgeschenkverkaufsautomaten auf Rollen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es geht um Kreativität, um Arbeitsplätze, um eine „tolle Idee“, sagt Klaus Wowereit. Der Berlinomat soll als Marke erst Berlin und dann die Welt erobern. Deshalb die ausfahrbaren Rollen.

Im neuen Automaten gibt es teils ungewöhnliche Dinge zu kaufen, einen nasenförmigen Brillenhalter, eine Geldbörse aus Motorradschlauch (gefahren in Berlin), Buchstabenknöpfe, mit denen sich der eigene Name auf die Jacke nähen lässt, einen Taschengeldhalter und einen professionellen Sattelregenschutz in Pink oder Hellblau. Die Überzüge könnten die hässlichen Plastiktüten aus dem Stadtbild verbannen, wenn sie nicht den Langfingern in die Hände fallen.

Klaus Wowereit zieht sich den „Nautiloop“ für 17,90 Euro aus dem orangen Automaten, dessen Front-Design der Be-Berlin-Kampagne entlehnt ist. Der Nautiloop ist eine Kunststofftasche, die sich mit einer Kurbel platzsparend einrollen lässt. Nur klappt das mit dem Einrollen nicht ganz störungsfrei. Wowereit versucht es geduldig immer wieder, es fehlt ihm heute etwas an Lockerheit.

Berlinomat-Chef Jörg Wichmann hat sich den Karo-Schal für 29,90 Euro umgeschlungen und erinnert an den chinesischen Erfinder Ju Chon, der 937 vor Christus den Schreibpinselautomaten entwickelte, nicht ahnend, dass fast 3000 Jahre später Automaten immer noch als innovativ gepriesen werden. Zu Recht, schließlich lässt sich der Berlinomat wie ein Smarthandy steuern, Touchscreen inklusive, und dem Kunden drängt sich das Gefühl auf, im Internet einzukaufen. Dahinter steckt Kalkül. „Mit dem Automaten bringen wir den Online-Handel zurück auf die Straße“, sagt Wichmann. Daran hatte bisher noch niemand gedacht.

In vier Wochen soll der zweite Berlinomat auf dem Flughafen Schönefeld aufgestellt werden, ein dritter ist für das Kaufhaus Lafayette reserviert. Acht Monate lang muss sich die Verkaufsmaschine bewähren. Dann wird entschieden, ob der Berlinomat ein Exportschlager werden kann. „Wir brauchen täglich 10 bis 20 Kunden“, sagt Wichmann.

Hergestellt wird der Berlinomat von einer italienischen Firma für Spezialautomaten. Die hat auch ein Gerät zur Vermarktung von Edelmetall entwickelt, Kurzname: Gold-to-go.

Nur noch eine Frage der Zeit, bis solch ein Automat auch in Berlin steht. Die Stadt ist schließlich bekannt für ihre Spiel-, Fritten- und Wiegeautomaten. Erfolgreich ist auch das Konzept, Kunst und Literatur per Knopfdruck an den Liebhaber zu bringen. Lyrik, Prosa oder bildende Kunst – alles zum Einheitspreis von 2 Euro. Die Geräte, ausgemusterte Zigaretten- oder Kondomautomaten, hängen inzwischen schon in Hamburg, Köln und Greifswald.

Berlinomat als Vertriebs-Marke wurde schon vor sieben Jahren gegründet, um die vielen vor sich hinarbeitenden Berliner Designer zu vernetzen und ihre Produkte bekannter zu machen. Ein großer Verkaufsladen entstand in der Frankfurter Allee, ein Online-Shop (www.berlinomat.com) wurde aufgebaut, und eine Filiale im Kaufhaus Lafayette. Die hatte im Sommer aber wieder dichtgemacht. Das Sortiment im Berlinomat-Shop ließ sich nicht immer passgenau an die Produktpalette im Kaufhaus anpassen, sagt Wichmann. Mit dem Automaten soll das anders werden. Der kann den Standort wechseln, wenn die Kunden nicht zu ihm finden. Wegen der Rollen.

Der Tagesspiegel, [18.02.2010]

 
BVG-Vorstandschef Sturmowski will die Preise für Einzelfahrscheine erhöhen – der Termin ist aber ungewiss

Bei Fahrten mit Bahnen und Bussen soll der Einzelfahrschein teurer werden, der derzeit innerhalb der Stadt (Tarifgebiet AB) 2,10 Euro kostet. Der Preis ist seit August 2005 unverändert geblieben. Preise für Abonnements könnten dagegen nach den Planspielen unverändert bleiben. Wann die Tariferhöhung kommen wird, ist allerdings unklar. Der Ende Oktober ausscheidende BVG-Chef Andreas Sturmowski würde die Preise am liebsten zum Fahrplanwechsel im Dezember in die Höhe schnellen sehen, was der Senat und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) jedoch nach wie vor ablehnen. Nicht geäußert hat sich bislang der BVG-Aufsichtsratschef, Finanzsenator Ulrich Nußbaum. Dieser hatte bereits vor einem Jahr eine Preiserhöhung gefordert. Zuletzt waren die Preise 2008 gestiegen.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wies gestern darauf hin, dass mit den Verkehrsunternehmen im VBB vereinbart worden sei, dass sie Anfang 2011 ihre Pläne zu den künftigen Tarifen vorlegen sollen. Danach werde man sehen, ob eine Tariferhöhung erforderlich sei. Da diese nach Angaben von Sturmowski fünf bis sechs Monate Vorbereitungszeit erfordert, würden bei einer Entscheidung für Tariferhöhungen die Preise fast unmittelbar vor den Wahlen steigen, was als ziemlich unwahrscheinlich gilt. Im Wahljahr 2006 waren die Preise in Berlin stabil geblieben, 2009, als in Brandenburg gewählt wurde, ebenso. Und 2010 hielt man es für ausgeschlossen, angesichts des Desasters bei der S-Bahn höhere Preise zu verlangen. So kann es sein, dass die Fahrgäste bis Ende 2011 oder gar Anfang 2012 von Preiserhöhungen verschont bleiben.

Danach könnte es aber teuer werden. Versuche, den Preis für den Einzelfahrschein von 2,10 Euro auf 2,30 Euro zu erhöhen, waren mehrfach am Widerstand von Junge-Reyer (SPD) gescheitert. „Ewig können wir uns diesen Preis aber nicht leisten“, sagte Sturmowski jetzt. In München, wo das Tarifgebiet in Waben eingeteilt ist, kostet eine Fahrt durch zwei Zonen zum Beispiel im Barverkauf 4,80 Euro.

2004 lag der Preis in Berlin bereits bei 2,20 Euro. Dafür galt der Einzelfahrschein aber auch innerhalb von zwei Stunden für Hin- und Rückfahrten. Nach dem Wegfall dieser Regelung war der Preis auf 2 Euro gesenkt worden, um bereits ein Jahr später wieder auf 2,10 Euro erhöht zu werden.

Eine Tariferhöhung um ein Prozent bringe der BVG Mehreinnahmen zwischen sechs und sieben Millionen Euro, sagte Sturmowski. Von 2011 an will das Unternehmen die Einnahmen jährlich um 15 Millionen Euro steigern, um seinen Finanzplan bis zum Jahr 2020 umsetzen zu können. Im vergangenen Jahr kletterten die Einnahmen auch ohne Preiserhöhung um 14, 9 Millionen Euro auf 507, 4 Millionen Euro. Allerdings waren die Einnahmen 2008 wegen des Streiks im Frühjahr zurückgegangen. Die Zahl der Fahrgäste ist von streikbedingt 832,3 Millionen auf 925,4 Millionen gestiegen – auch durch das S-Bahn-Chaos.

Das Jahr 2009 wird die BVG voraussichtlich mit einem Verlust in Höhe von 65 Millionen Euro abschließen. Die BVG hätte dank der Senatszuschüsse sogar einen Gewinn in Höhe von 33 Millionen Euro gemacht, wenn sie nicht 98 Millionen Euro zusätzlich hätte aufbringen müssen. Mit dieser Summe wurde den Altmitarbeitern die Differenz zwischen den 2005 gesenkten Tariflöhnen und dem damaligen höheren Einkommen ausgeglichen.

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Mit viel Prominenz auf dem roten Teppich wurden die 60. Internationalen Filmfestspiele am Potsdamer Platz eröffnet

Man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen? Auch kluge Köpfe wie Camus irren gewaltig. Der Sisyphos dieser Tage jedenfalls rollt keine Kugel den Berg hinauf, sondern schippt fluchend Schnee, und wenn er damit fertig ist, rieselt es wieder von oben. Doch, doch, die Treppe vor dem Berlinale-Palast war rechtzeitig zur Eröffnung des Filmfests am gestrigen Abend vom Eise befreit worden – und trotzdem wieder weiß, mit zunehmender Tendenz. Möglich, dass diese Gala als die schneereichste der Festivalgeschichte in die Annalen eingeht. Das Publikum am Rande: unter Regenschirme geduckt und ohnehin nicht sehr zahlreich. Die BMW-Limousinen, die die Stars vorfuhren, darunter auch Oldtimer wie ein „Barockengel“ aus der prähistorischen TV-Serie „Isar 12“: schneeweiß beschichtet. Die Sitzreihen im Saal: mit deutlichen Lücken, was im Parkett gar nicht so schlimm aussah, aber Anke Engelke, Moderatorin mit Überblick, wies darauf hin und bat, man möge den wohl irgendwo steckengebliebenen Gästen doch erzählen, was sie verpasst haben.

Tja, was haben sie verpasst? Anke eben, nach mehrjähriger Pause erneut in dieser Position, chamäleonhaft begnadet, fähig, in einem Satz von weltläufiger Eleganz zu Berliner Schnodderigkeit zu wechseln, um dann in eine Art indisches Englisch zu verfallen, wenn das gerade passt, und nebenbei Dieter Kosslick, den „Mr. Berlinale“, bei einem Hänger kurz zu ermahnen, dies sei nicht die Probe, sondern schon die Show. Obwohl man bei ihm kaum unterscheiden kann, was kleine Panne ist oder gezielter Gag.

Die 60. Berlinale hat nun also begonnen, das wurde noch dem letzten Festivalneuling wieder und wieder eingebläut. Der Blick nach vorn war ebenso einer zurück, mit afrikanischem Geburtstagsständchen als Filmkonserve, mit früheren Gästen und alten Plakaten als Hintergrundbildern, mit einem Filmchen über die Anfänge und einem amerikanischen Veteranen des Marshall-Plans als besonders begrüßtem Gast. Aber nach 60 Jahren wird es wohl erlaubt sein, „ein bisschen auf dicke Hose zu machen“, wie Anke Engelke, durchaus erfrischend, die historische Nabelschau verulkte, das macht sie mit links und sie machte es gut.

Möglich, dass das Wetter auch dabei mitspielte, als das Team um den chinesischen Eröffnungsfilm „Tuan Yuan“ entschied, sich ausnahmslos rote Seidenschals um den Hals zu drapieren. Regisseur Wang Quan’an und sein Trupp waren exotischer Abschluss einer sonst weitgehend aus einheimischen Kräften bestückten Starparade. Immerhin sah man neben gewohntem Filmpersonal wie Michael Gwisdek, Mario Adorf, Sybel Kekili, Sebastian Koch, Tom Tykwer, Christiane Paul und Detlev Buck auch seltenere Gäste wie Vicky Leandros und sogar Marius Müller-Westernhagen. Selbst Christoph Schlingensief, zurück aus Afrika, war wieder da und ebenso Tilda Swinton, diesmal besonders androgyn frisiert und lachsrot gefärbt. Die Politik vertraten unter anderem Claudia Roth und Walter Momper, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit waren ohnehin schon von Berufs wegen da.

Letzterer hatte außer einer Rede sogar noch einen Bären mitgebracht, weiß und aus Porzellan, den Ehrenbären der Stadt für das Geburtstagskind Berlinale, stellvertretend entgegengenommen von Dieter Kosslick und sogleich weitergereicht an seinen Vorgänger Moritz de Hadeln. Eine Berlinale-Kamera, wie sie im Laufe des Festivals noch an die langjährigen Forums-Köpfe Erika und Ulrich Gregor verliehen werde, komme für de Hadeln ja nicht in Frage, der diesen Preis schließlich selbst erfunden habe, ulkte Kosslick.

Zuletzt flimmerten im Kurzdurchlauf alle Wettbewerbsfilme über die Leinwand, dann folgte die obligatorische Vorstellung der Jury. Das Programm wurde nun schon etwas zäher. Zum Glück gab es Anke. Wie man sich den Namen des Jury-Mitglied Yu Nan leicht merken könne? "Ja nun."

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Von DiCaprio bis Depardieu: Für die am Donnerstag beginnende Berlinale haben sich zahlreiche Stars angemeldet

Alle reden vom Eis, Dieter Kosslick handelt. Die tückische Treppe vor dem Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz hat schon ohne weißen Panzer manchen zu Fall gebracht, da geht die Festivalleitung lieber kein Risiko ein und hat rechtzeitig zu den Filmfestspielen private Räumdienste in die Spur geschickt, auf dass sie den Vorplatz freipickeln. Auch die anderen Hauptorte des Filmfests, der Friedrichstadtpalast, das International, das ehemalige Café Moskau als Ort der Eröffnungsparty und nicht zuletzt der Pariser Platz für die „Metropolis“-Vorführung, sollen rechtzeitig geräumt werden, wie Berlinale-Sprecherin Frauke Greiner gestern versicherte.

Es wird auch Zeit, denn am Donnerstag geht es los. Allmählich treffen die ersten Prominenten ein, Renée Zellweger etwa, Mitglied der Jury, wurde gestern Vormittag von Festivalchef Kosslick mit einem Blumenstrauß auf dem Flughafen Tegel empfangen. In der Stadt ist sie fast Stammgast, auch bei der Berlinale ließ sie sich schon sehen, 2003 zur Premiere von „Chicago“. Da musste sie auch singen, bewies eine Doppelbegabung, die sie mit Jury-Kollegin Cornelia Froboess teilt.

Im Mittelpunkt der morgigen Gala stehen die Stars des Eröffnungsfilms „Tuan Yuan“, neben Regisseur Wang Quan’an sind das seine Darsteller Lisa Lu, Ling Feng, Monica Mo und Na Jin. Tags darauf posieren Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams sowie Autor Robert Harris auf dem roten Teppich, um den in Babelsberg gedrehten Politthriller „Der Ghostwriter“ vorzustellen. Regisseur Roman Polanski ist bekanntlich verhindert. Aus Bombay kommt Indiens Superstar Shah Rukh Khan angereist. Für „Om Shanti Om“ auf der Berlinale 2008 bereits heftig umjubelt, stellt er in Begleitung der in Indien ebenfalls hoch verehrten Filmdiva Kajol und Regisseur Karan Johar seinen neuen, nicht biografischen Film „My Name is Khan“ vor. Bollywood-Fans bügeln schon die Saris auf.

Kaum ist dieser Trubel vorbei, steht Samstagabend der nächste an: Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley und Michelle Williams wollen zur Premiere ihres Inseldramas „Shutter Island“ aufmarschieren. Da DiCaprio im Film mit renitenten, psychopathischen Straftätern und einem losbrechenden Hurrikan fertig werden muss, pustet ihn auch stürmischer Jubel seiner Fans nicht um.

Die Hollywood-Wachablösung im Berlinale-Palast ist Sonntagabend dann Ben Stiller, der „Greenberg“ präsentiert. Im weiteren Verlauf des Festivals werden auch Penélope Cruz, Marion Cotillard und Daniel Day-Lewis erwartet, die gemeinsam mit Regisseur Rob Marshall das Musical „Nine“ vorstellen.

Damit ist der Starreigen noch lange nicht vorbei. Angekündigt sind auch Gérard Depardieu und Isabelle Adjani („Mammuth“), der indische Schauspieler Aamir Khan, diesmal als Produzent („Lagaan“), Geoffrey Rush („Bran Nue Dae“), Catherine Deneuve, Christopher Lee, Michail Gorbatschow und Bob Geldof („Cinema for Peace“) – und viele einheimische Filmstars: darunter Hanna Schygulla, die einen Goldenen Bären fürs Lebenswerk bekommt, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Joachim Król – kurz: alte Bekannte.

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Werbetafeln an Berliner Baustellen müssen künftig genehmigt werden und "stadtverträglich" sein

Die Sanierung der Siegessäule im Tiergarten wird für den Senat zur Probe aufs Exempel: Die Pläne fürs Aufhübschen der Goldelse werden zwar erst am kommenden Montag von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgestellt – aber dem Vernehmen nach will sich das Land bei deren Sanierung an die gestern beschlossene neue Bauordnung halten und auch das „Verunstaltungsgebot“ beachten. Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich die neue Regeln für den Umgang mit der teils bunten, teils schrillen Werbung auf den Großbaustellen der Stadt. „Victoria“ wird deshalb wohl eher dezent verkleidet, die rund 67 Meter hohe Säule ebenso. Und das Motiv der Werbung soll ausgewählt sein, dem Wahrzeichen angemessen, wie es heißt.

Ein grundsätzliches Verbot von Werbung bringt die Gesetzesnovellierung nicht. Wer Plakate aufhängen will, braucht dafür aber eine Genehmigung. Außerdem steht in dem Gesetz, dass großflächige Werbung „stadtverträglich“ sein muss. Aber auch wenn das sicher gestellt ist, werden Genehmigungen für die Plakate auf den vielen Berliner Bauzäunen nur noch zeitlich befristet erteilt: für allerhöchstens sechs Monate.

„Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich zu Recht durch zu viel großflächige Werbung an zentralen Orten der Stadt gestört“, sagte die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer, die die Feder führte bei der Novellierung des Gesetzes. Zuletzt hatte die Verhüllung des Charlottenburger Tores mit dem nach Angaben der CDU „größten Wahlplakat Deutschlands“ für Ärger gesorgt. Der Bezirk nannte diese Parteienwerbung rechtswidrig. Und sogar der Landesrechnungshof hatte sich wiederholt mit der Vergabe von Werbeflächen beschäftigt.

Zurzeit hängen Großplakate am Leipziger und Potsdamer Platz. Gemunkelt wird, die Arbeiten an den Neubauten gingen dort nur deshalb so langsam voran, weil die Einnahmen aus den Plakaten die Finanzierung der Sanierung erleichtern. Auch die Sanierung des verhüllten Brandenburger Tores hatte sich hingezogen.

Doch das ist bald vorbei. Gestern nahm der Senat den „Gesetzentwurf zur Änderung der Bauordnung für Berlin und des Berliner Denkmalschutzgesetzes“ zur Kenntnis. Nun müssen der Ältestenrat und das Abgeordnetenhaus dem Regelwerk zustimmen. Bis Ende des Jahres könnte es dann in Kraft treten, heißt es.

Die neue Bauordnung für Berlin erleichtert auch Investitionen in den Klimaschutz: Wer die Außenwand eines Altbaus mit wärmedämmenden Platten verkleiden will, muss sich dazu nicht mehr mit der Bauaufsicht abstimmen. Dies gilt für Gebäude mit einer Höhe von maximal 22 Metern, bei denen nachträglich „Maßnahmen zur Energieeinsparung“ ergriffen werden.

Die Novellierung der Bauordnung hat auch das Aus für zahlreiche Müllschlucker zur Folge. Wenn sie keine Trennung der Abfallsorte ermöglichen, müssen sie bis Ende des Jahres 2013 stillgelegt werden. Damit dürften die meisten Abfallschächte in Hochhäusern von dem Verbot betroffen sein. Der Senat verweist hier auf die im Abfallrecht verankerte „Trennpflicht".

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Für die Studio-Babelsberg-Koproduktion "Unknown White Male" wird derzeit in Berlin gedreht

Am Dienstag war der Filmtross um die Hauptdarsteller Diane Kruger und Liam Neeson auf dem Hauptbahnhof zu beobachten. Dienstagmorgen, exakt 10.04 Uhr, der Regionalexpress 38137 rollt im Hauptbahnhof ein. Aus den Lautsprechern ertönt die übliche Ansage: „Sehr geehrte Fahrgäste, Vorsicht bei der Einfahrt des Zuges auf Gleis 12.“ Alles läuft ab wie jeden Morgen – wären da nicht Liam Neeson (mit blauem Schal) und Diane Kruger (mit grauem Schal), die da brav auf dem Bahnsteig von Gleis 12 stehen. Die Hollywoodstars drehten gerade Szenen für den Film „Unknown White Male“ und schwirrten deshalb im Hauptbahnhof herum.

Im Mittelpunkt des Thrillers, der 2011 ins Kino kommen soll, steht ein amerikanischer Arzt (Neeson), der während seines Berlin-Aufenthaltes einen Unfall hat. Der Mann fällt ins Koma. Als er erwacht, hat ein anderer Mann seine Identität angenommen. Kruger spielt eine Taxifahrerin, die Neeson hilft. Auch in Heckeshorn am Wannsee wurde schon gedreht, in der Kreuzberger Manteuffelstraße und am U-Bahnhof Friedrichstraße. Bald zieht der Tross weiter, zum Flughafen Leipzig.

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Die DBB-Tarifunion zieht eine positive Bilanz des Warnstreiks am Dienstag

Die DBB-Tarifunion zeigte sich zufrieden mit dem Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Dienstag. Knapp 400 von insgesamt 500 zum Streik aufgerufenen Fahrer hätten sich an dem Arbeitsausstand beteiligt, sagte eine Sprecherin am Nachmittag gegenüber Tagesspiegel Online. Das Ziel sei erreicht worden: "Wir wollten nicht die Fahrgäste schädigen, sondern durch den leichten Rumpelverkehr zum Nachdenken auffordern." Verhandlungsführer Willi Russ hofft nun auf Bewegung bei den Arbeitgebern für die neue Gesprächsrunde am 18. Februar.

Zu Verspätungen kam es besonders auf den Strecken der U-Bahn-Linien 5, 7 und 8, sagte BVG-Pressesprecherin Petra Reetz am Nachmittag. Die U4 sei zwischenzeitlich nur im 20-Minuten-Takt gefahren, weil man Fahrer von dort abgezogen haben. Auch bei den Bussen kam es stadtweit zu Verspätungen von durchschnittlich 5 bis 7 Minuten. "Wir haben es gemerkt, es gab aber kein Verkehrschaos." Insgesamt seien etwa 100 Fahrer nicht zum Schichtdienst gekommen.

Die durch das S-Bahn-Chaos bereits seit Monaten geplagten Berliner nahmen die zusätzlichen Verspätungen offenbar gelassen auf. Beschwerden bei der BVG habe es kaum gegeben, so Reetz: "Da sind die Berliner ziemlich tolerant." Viele Fahrgäste hätten den Streik gar nicht bemerkt und die Verspätungen stattdessen dem Frostwetter zugerechnet.

Dennoch war die Stimmung am Morgen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz genervt. Dort fuhren die U-Bahn-Linien 5 und 8 unregelmäßig, auf den Anzeigentafeln wurde um Geduld gebeten. "Das ist zum Kotzen", befand etwa ein Mittdreißiger auf dem Weg zur Arbeit.

Dass der Warnstreik vergleichsweise milde ausfiel, hängt auch damit zusammen, dass mehr als 80 Prozent der Beschäftigten nicht in der DBB-Tarifunion, sondern in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisiert sind. Verdi hat sich vom Warnstreik distanziert, weil die Tarifverhandlungen für die rund 12.000 Mitarbeiter der BVG und der BVG-Tochterfirma Berlin Transport nach ihrer Einschätzung auf einem guten Weg sind. Die DBB Tarifunion fordert fünf Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch einen Zuwachs zwischen 110 und 150 Euro je nach Entgeltstufe. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Februar geplant.

Der Tagesspiegel, [09.02.2010]

 
Chinesisches Jahr des Tigers wird im Berliner Hauptbahnhof begrüßt

Vom 11. bis 13. Februar wird im Berliner Hauptbahnhof zum vierten Mal das chinesische Neujahrsfest gefeiert. Die Werbegemeinschaft Berliner Hauptbahnhof und die DB Station&Service AG laden in Zusammenarbeit mit der Botschaft der VR China und dem chinesischen Kulturministerium alle Berlinerinnen und Berliner und Gäste ein, das traditionell wichtigste Fest der Chinesen im Hauptbahnhof zu erleben.

Rund 50 preisgekrönte Musiker, Künstler und Artisten aus der Hauptstadt Peking präsentieren eine atemberaubende Bühnenshow. Klassische chinesische Tänze und Musik stehen ebenso auf dem Programm wie meisterhafte Kung Fu- und Qigong-Vorführungen, chinesische Zauberei, spektakuläre Artistik und Akrobatik sowie bunte Löwen- und Drachentänze. Das Showprogramm findet auf der Bühne in der Südempfangshalle (Ausgang Washingtonplatz) statt.

Im 1. Untergeschoss erwartet die Besucher traditionelles chinesisches Kunsthandwerk aus Peking. Kunsthandwerksmeister aus dem Pekinger Bezirk Chongwen, der berühmt ist für seine reiche Handwerkstradition, gewähren Einblicke in ihr einzigartiges Können. Traditionelle chinesische Malerei, Scherenschnitte, Pekinger Stickereien, Seidenmalerei und vieles mehr werden vor Ort hergestellt und zum Verkauf angeboten. Das Neujahrsfest im Berliner Hauptbahnhof findet seinen Höhepunkt am 13. Februar. Mit einem prächtigen chinesischen Feuerwerk am Washingtonplatz wird das "Jahr des Tigers" begrüßt. Um 18.30 Uhr wird der Himmel in einem farbenfrohen Lichtspiel erstrahlen, begleitet von den Klängen speziell arrangierter chinesischer Musik.

Das chinesische Neujahrsfest im Berliner Hauptbahnhof wird gefeiert am: Donnerstag, 11.Februar von 14 bis 18 Uhr Freitag, 12. Februar von 14 bis 18 Uhr und Samstag, 13. Februar von 14 bis 18.30 Uhr (Feuerwerk ab 18.30 Uhr).

Der Kunsthandwerkermarkt im 1. Untergeschoss hat an den genannten Tagen jeweils von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

 
Streik bei der BVG

Ungeachtet vereister Gehwege und des eingeschränkten S-Bahn-Verkehrs wollen am Dienstag einige hundert Mitarbeiter der BVG streiken. Lahmgelegt wird der Betrieb dadurch zwar nicht. Vom Beginn der Frühschicht bis zum Nachmittag ist aber mit Ausfällen bei Bussen und U-Bahnen zu rechnen. Doch nicht nur im Nahverkehr wollen Beschäftigte die Arbeit niederlegen – auch im Kreuzberger Urbankrankenhaus, den hiesigen Einrichtungen des Bundes, Kitas, der Stadtreinigung und den Bädern soll stundenweise gestreikt werden.

Vom BVG-Warnstreik könnte vor allem die U-Bahn-Linie 5 (Hönow – Alexanderplatz) betroffen sein, auf die viele S-Bahn-Kunden ausgewichen sind. Die BVG versuchte am Montag, Pläne zu entwickeln, um den Verkehr aufrechtzuhalten. Da sich die größere Gewerkschaft Verdi nicht am dem Warnstreik beteiligt, verfüge man über Reserven, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Zum Warnstreik aufgerufen hat eine Tarifunion, in der die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Gewerkschaft Kommunaler Landesdienst vereint sind. Sie haben unter den 12 000 Beschäftigten der BVG nach eigenen Angaben mehr als tausend Mitglieder, vor allem im Tochterunternehmen Berlin Transport, das die Fahrer für die U 5 stellt. 500 der Mitglieder sind zum Streik aufgerufen worden. Die „Nadelstiche“ durch den Streik würden spürbar sein, kündigte Verhandlungsführer Willi Russ von der Tarifunion an.

Sie beteiligt sich zum ersten Mal an den Tarifverhandlungen bei der BVG. Vor allem die GDL hat hier großen Zulauf, nachdem sie 2007 ein vergleichsweise hohes Lohnplus von elf Prozent bei der Bahn durchsetzen konnte. Die nächste Verhandlungsrunde für die BVG ist am 18. Februar. Dann will die Arbeitgeberseite ihr Angebot vorlegen. Der Beamtenbund fordert fünf Prozent mehr, mindestens jedoch einen Betrag von 110 bis 150 Euro je Entgeltstufe. Verdi hat noch keine Forderungen bei der BVG gestellt. In den bisherigen Runden habe sich abgezeichnet, dass es eine „gute Lösung“ geben könne, heißt es auf beiden Seiten. Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler rechnet damit, dass man sich noch im Februar einigt. Für einen Streik gebe es keinen Anlass.

Mit Warnstreiks in Kitas und Bezirksämtern soll am Dienstag der Druck auf den Senat erhöht werden (siehe Text unten). Zwischen 10 und 14 Uhr werden Teile der Innenstadt blockiert sein. Unter anderem Mitarbeiter der Stadtreinigung laufen vom Wittenbergplatz zum Fehrbelliner Platz, wo Verdi-Bundeschef Frank Bsirske erwartet wird.

Im Vivantes-Klinikum am Urban sollen schon am Morgen die OP-Schwestern streiken. Verdi ruft dazu auf, ab 7.30 Uhr die Arbeit niederzulegen. Not-OPs seien aber sichergestellt. Wie bei der BVG fallen auch die Beschäftigten des Klinikkonzerns Vivantes nicht unter den Tarif, der derzeit zwischen dem Senat und Verdi für den öffentlichen Dienst Berlins ausgehandelt wird. Vivantes gehört zum Kommunalen Arbeitgeberverband. Anders als bei den Berliner Ämtern streiten die Gewerkschaften hier nicht mit dem Senat, sondern mit dem Bund, Grundlage ist der bundesweite Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Die Verhandlungen dazu wurden gerade ausgesetzt. In vielen Städten Westdeutschlands blieben Kitas und Müllabfuhren am Montag zu. Bund und Kommunen lehnen die Forderung von fünf Prozent mehr Lohn für ihre 1,3 Millionen Angestellten ab.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]

 
Der britische Superstar kommt im März zur Echo-Verleihung nach Berlin

Robbie Williams kommt zur Verleihung des Musikpreises Echo am 4. März nach Berlin. Er werde bei dem Auftritt seine neue Single „Morning Sun“ vorstellen, teilten die Veranstalter am Montag mit. Der Sänger wurde in den vergangenen Jahren bereits sechs Mal mit dem Echo als bester internationaler Künstler ausgezeichnet. 2003 trat er schon einmal live bei der Preisverleihung auf. Auch in diesem Jahr ist er wieder nominiert. Neben ihm treten in diesem Jahr auch Rihanna, Sade, Jan Delay und Xavier Naidoo auf.

Die 19. Echo-Verleihung wird von Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel moderiert und am 4. März um 20.15 Uhr live im Ersten übertragen. Der wichtigste deutsche Musikpreis wird in 23 Kategorien verliehen. Für einen Echo nominiert sind unter anderen Lady Gaga, Robbie Williams, Depeche Mode und Beyoncé.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]

 
Die Berlinale wird 60

Berlins großes Filmfestival beginnt am Donnerstag und feiert diesmal auch noch einen runden Geburtstag: Die Berlinale wird 60. Höchste Zeit, sich um Eintrittskarten für die Berlinale-Kinos zu kümmern. Am Montag beginnt der Vorverkauf.

Wie teuer? Reguläre Karten kosten zwischen 7 und 11 Euro. Für jede Filmvorstellung gibt es drei Tage im Voraus Karten, für die Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus. Auch für die Veranstaltungen im Friedrichstadtpalast, HAU und in den Kiezkinos beginnt der Vorverkauf heute, ebenso der Online-Verkauf auf www.berlinale.de. Die Bearbeitungsgebühr beträgt 1,50 Euro.

Wo? Tickets gibt es täglich, 10 bis 20 Uhr, in den Potsdamer-Platz-Arkaden, im Kino International, Karl-Marx-Allee 33, in der Urania, An der Urania 17, und an allen Eventim-Theaterkassen. Am Vorstellungstag sind Karten nur an den Kinokassen erhältlich: im Bluemax-Theater ab 15 Uhr, Urania ab 16 Uhr, International/Friedrichstadtpalast ab 13 Uhr.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]